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Die unterschiedlichen Lederarten

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Wohl kaum ein Material ist in der Herstellung der Schuhe so beliebt wie Leder. Es gilt als besonders strapazierfähig, atmungsaktiv und elastisch. Die meisten Lederarten werden aus Tierhäuten gefertigt, die als Abfallprodukt der Schlachttierindustrie anfallen und stammen somit von Rindern, Schweinen, Lämmern oder Kälbern. Seltener verwendet werden die Häute von exotischen Tieren, beispielsweise Kängurus, Krokodilen oder Straußen. Je nachdem, von welchem Tier die Haut stammt, ist das Leder mehr oder weniger dick. Die Haut von kleinen oder jungen Tieren wie Ziegen oder Lämmern ist nur etwa einen halben bis einen Millimeter dick, während Rinderhaut bis zu sieben Millimeter dick ist. Ganz grob lässt sich zwischen Glattleder und Rauleder unterscheiden. Unter diese beiden Oberbezeichnungen fallen jeweils weitere unterschiedliche Lederarten. Grundsätzlich wird Glattleder aus der Narbenseite, also der äußersten Seite der Haut, hergestellt und hat eine weiche, glatte Oberfläche. Rauleder kommt je nach Verarbeitung ebenfalls von der Narbenseite oder der Fleischseite der Haut. Die Oberfläche ist angeraut, sodass sie samtig wirkt.

Wir haben hier einige der gängigsten Arten von Leder für Sie zusammengestellt.

Glattleder, Nubuk und Velours

Eines der für feine Businessschuhe für Herren und Damen am häufigsten verwendeten Leder ist Nappaleder. Es stammt meist vom Rind oder vom Schaf und wird gerne für Bekleidung und Polstermöbel verwendet. Zur Herstellung wird die Narbenseite der Haut chromgegerbt. Im Ergebnis kann man noch die natürliche Struktur der Haut und kleine Unregelmäßigkeiten wie zum Beispiel Narben sehen. Die Bezeichnung findet ihren Ursprung in dem ehemaligen Rinderzuchtgebiet des nordkalifornischen Napa Valleys und meint heutzutage ganz allgemein geschmeidiges Glattleder. Nubukleder ist ebenfalls ein beliebtes Leder für Schuhe. Besonders Kinderschuhe werden gerne aus dem weichen Material hergestellt. Es gehört zu den Rauledern, denn die Oberfläche der Narbenseite der Haut wird bei der Herstellung des Nubukleders leicht angeschliffen, sodass eine weiche, samtartige Struktur entsteht, die mit ihrem leichten Flor etwas an die Haut eines Pfirsichs erinnert.

Gröber als das Nubukleder ist das Veloursleder, das auch als ‚Suede‘ bezeichnet wird. Anders als die anderen genannten Lederarten wird hierbei nicht die Narbenseite, sondern der Fleischspalt der Tierhaut verarbeitet. Die Oberfläche ist dabei deutlich aufgerauter als die des Nubukleders und hat einen stärkeren Flor. Durch die offenporige Struktur ist Veloursleder sehr atmungsaktiv und wird daher bevorzugt für Sportschuhe oder auch Arbeitshandschuhe verwendet. Besonderheiten und Alternativen Neben den oben erwähnten häufigsten Lederarten gibt es noch unzählige andere Arten von Leder, die sich in ihrer Verarbeitung, Herkunft und Verwendung stark unterscheiden. Echtes Wildleder von Rehen, Hirschen oder sogar Kängurus wird nur selten für Alltagsgegenstände verwendet. Aufgrund seiner ähnlichen Beschaffenheit wird Veloursleder oft irrtümlicherweise auch als Wildleder bezeichnet. Auch Boxcalf (Haut von Milchkälbchen), Anilinleder (nur mit löslichen Farbstoffen gefärbt) oder ausgefallenes Straußen- oder Aalleder werden angeboten, wenn auch deutlich seltener.

Die Alternativen

Wer aus ethischen Gründen auf Leder verzichten möchte, greift zu Lederalternativen aus Kunststoff oder Textil. Weit verbreitet sind die Materialien Polyester (PES), Polyamid (PA) und Polyurethane (PU). Doch aufgepasst: PU-Leder bezeichnet nicht nur Kunstleder aus Polyurethane, sondern auch echtes Leder, welches für bessere Haltbarkeit mit Polyurethane beschichtet ist. Mittlerweile beschäftigen sich viele Modemacher im Zuge des Trends der Green Fashion mit Alternativen aus Naturmaterialien wie Ananasblättern. In Zukunft wird das Angebot an Lederalternativen auf Grund der steigenden Nachfrage sicherlich noch weiter zunehmen.